Content Pruning einfach erklärt
Content Pruning schnell & einfach erklärt
Content Pruning ist der Prozess, bei dem Du minderwertige, veraltete oder irrelevante Inhalte von Deiner Website oder Deinem Onlineshop entfernst, verbesserst oder zusammenführst, um sie leistungsfähiger zu machen.
Inhalt
Wie funktioniert Content Pruning?
Stell Dir vor, Dein Internetauftritt ist wie ein Kleiderschrank. Im Laufe der Jahre hast Du immer mehr Inhalte „hineingestopft“ – viele davon vielleicht ohne groß darüber nachzudenken. Irgendwann wird es unübersichtlich: Alte Texte, irrelevante Themen oder doppelte Inhalte nehmen Platz weg. Genau wie Du irgendwann Deinen Schrank ausmisten solltest, solltest Du das auch mit Deiner Website tun.
Content Pruning hilft Dir, die Inhalte, die gut laufen, von denen zu trennen, die nicht mehr funktionieren. Es gibt drei Wege, wie Du dabei vorgehen kannst:
- Auffrischen: Inhalte, die nicht mehr ganz aktuell sind, kannst Du mit neuen Informationen oder Beispielen aufwerten. So bleibt ein alter Artikel relevant und Du musst keinen komplett neuen Content erstellen.
- Zusammenführen: Wenn Du mehrere Artikel zum gleichen Thema hast, kannst Du diese zusammenführen. So vermeidest Du doppelten Content und stärkst die Seite, auf der alles zusammengefasst ist.
- Löschen: Manchmal gibt es Inhalte, die einfach keinen Sinn mehr machen – sie sind veraltet, schlecht geschrieben oder bringen Deiner Zielgruppe keinen Mehrwert. Diese kannst Du meist bedenkenlos löschen. Achte allerdings darauf, dass das Löschen von Seiten sich nicht negativ auf andere (wichtige) Seiten auswirkt, wenn diese miteinander verlinkt sind. Tipp: Lege ein Backup Deiner Inhalte an, damit Du im Notfall den Content wiederherstellen kannst.
Wichtig: Content Pruning ist keine einmalige Aufgabe, sondern etwas, das Du regelmäßig machen solltest. Denke daran: Deine Inhalte bleiben nicht ewig aktuell. Plane daher regelmäßige „Aufräumaktionen“ ein, damit die besten Inhalte optimal ranken und die Website insgesamt besser funktioniert – je nach Größe Deines Online-Angebots alle sechs Monate oder mindestens einmal im Jahr.
Warum ist Content Pruning sinnvoll?
Content Pruning bringt auf mehreren Ebenen Vorteile für Deine Website:
- Besseres Ranking bei Google: Google liebt aktuelle und relevante Inhalte. Wenn Du Deine Website regelmäßig „aufräumst“ und so das Verhältnis von schlechten Inhalten zu Top-Inhalten veränderst, sieht Google, dass Deine Seite gepflegt ist und belohnt Dich mit besseren Platzierungen in den Suchergebnissen.
- Mehr Traffic: Wenn Du doppelte Inhalte vermeidest und Deine besten Seiten stärker machst, verbessert sich deren Sichtbarkeit. Das bedeutet: Mehr Besucher finden den Weg auf Deine Website. Traffic-Steigerungen von 10 bis 20 Prozent sind so durchaus möglich.
- Bessere Nutzererfahrung: Deine Besucher finden schneller die Informationen, die sie wirklich brauchen, und müssen sich nicht durch veraltete Inhalte klicken. Das sorgt für zufriedene Nutzer, die gerne wiederkehren.
- Effizientere Nutzung des Crawl-Budgets: Google besucht Deinen Internetauftritt regelmäßig, um neue Inhalte zu finden. Google crawlt aus wirtschaftlichen Gründen jedoch nur eine bestimmte Anzahl von Seiten pro Besuch. Wenn Du unnötige Inhalte entfernst, kann sich Google auf Deine wichtigen Seiten konzentrieren, was Deiner SEO-Performance zugutekommt.
Content Pruning: So setzt Du es Schritt für Schritt um
Jetzt, da Du weißt, warum Content Pruning so wichtig ist, wollen wir uns ansehen, wie Du die Inhaltsbereinigung in der Praxis für Deine Webseiten umsetzt. Hier kommt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
- Definiere den Umfang des Projekts: Bevor Du mit dem Content Pruning startest, solltest Du den Projektumfang festlegen. Überlege Dir, welche Teile Deiner Website Du überprüfen möchtest – sind es alte Blogartikel, Produktseiten oder beides? Nutze Tools wie die Google Search Console, um Dir einen Überblick über alle Seiten zu verschaffen und den Fokus festzulegen.
- Mache eine Bestandsaufnahme Deines Contents: Erstelle eine vollständige Liste aller Seiten Deiner Website. Tools wie Screaming Frog helfen dabei, alle URLs, Seitentitel, Meta-Beschreibungen und andere relevante Informationen zu erfassen. Diese Liste bildet die Basis für die weiteren Analyseschritte.
- Analysiere die Leistung: Analysiere die Performance Deiner Seiten anhand der Traffic-Daten von Google Analytics und überprüfe ihr Ranking und ihre Sichtbarkeit in der Google Search Console. Du solltest Dir auch Engagement-Metriken wie Verweildauer und Absprungrate anschauen, um zu verstehen, wie die Nutzer mit den Inhalten interagieren. Eine Analyse des Backlink-Profils der Seiten hilft, Seiten mit wertvollen externen Links zu identifizieren, die erhalten werden sollten.
- Identifiziere schwache Inhalte: Markiere Inhalte, die bestimmte Kriterien erfüllen, um schwache Seiten zu identifizieren:
- Geringer oder kein Traffic über einen längeren Zeitraum
- Schlechte Rankings für relevante Keywords
- Hohe Absprungrate und geringe Verweildauer
- Veraltete oder irrelevante Informationen
- Doppelte oder sehr ähnliche Inhalte
- Kategorisiere die schwachen Inhalte: Sortiere die schwachen Seiten in Kategorien wie „muss überarbeitet werden“, „doppelte Inhalte“ oder „veraltet“. Diese Kategorisierung hilft Dir, den nächsten Schritt effizient zu planen und den Status jeder Seite zu dokumentieren.
- Triff eine Entscheidung: Nun entscheidest Du, was mit den schwachen Seiten geschehen soll. Hier gibt es, wie Du bereits gesehen hast, drei Möglichkeiten:
- Aktualisieren: Verbessere Seiten mit Potenzial, indem Du neue Informationen, Beispiele und Keywords hinzufügst.
- Zusammenführen: Kombiniere Inhalte, die sich überschneiden (z. B. Artikelserien) zu umfassenderen Artikeln, um die Qualität und Informationsdichte zu erhöhen.
- Löschen: Entferne Inhalte, die keinen Mehrwert bieten und qualitativ nicht zu retten sind.
- Setze die Maßnahmen um: Beginne mit der praktischen Umsetzung der geplanten Maßnahmen. Aktualisiere die Seiten, indem Du neue Informationen ergänzt und die Struktur optimierst. Führe ähnliche Inhalte zusammen und richte 301-Weiterleitungen ein, um die Linkstärke zu erhalten. Entferne minderwertige Inhalte vollständig und nutze den Statuscode 410, um Suchmaschinen mitzuteilen, dass diese Seiten endgültig gelöscht wurden.
Tipp: Wenn Du viel Content löschen musst, mache das nicht auf einmal, sondern in mehreren Schritten. Und plane die Löschung von Content unabhängig von anderen SEO-Maßnahmen. So kannst Du Ranking-Verluste entweder der Löschung oder einer anderen Maßnahme zuordnen.
- Kümmere Dich um die technische Optimierung: Stelle sicher, dass Du auch technische Aspekte berücksichtigst. Dazu gehört:
- Einrichten von 301-Weiterleitungen für zusammengeführte oder gelöschte Seiten. Allerdings nur, wenn die weitergeleitete Seite einen User nicht verwirren würde, wenn er plötzlich auf diese URL kommt anstatt auf die vorherige.
- Verwenden von kanonischen Tags, um doppelte Inhalte zu kennzeichnen.
- Aktualisieren der internen Linkstruktur, um eine optimale Nutzerführung und SEO-Performance zu gewährleisten.
- Überwache die Ergebnisse: Beobachte relevante KPIs wie Rankings, Traffic und Conversion Rate, um die Auswirkungen der durchgeführten Maßnahmen zu messen. Führe insbesondere in der Anfangsphase regelmäßige Überprüfungen durch, um dafür zu sorgen, dass sich die Änderungen positiv auf die Website auswirken. Wenn nötig, passe Deine Strategie an, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.