GEO und SEO 2027: Wohin geht die Reise?
Wohin die Reise geht, wurde mir in dem Moment klar, als ich die außergewöhnlich hohen Conversion Raten sah, die von Tools wie Claude und ChatGPT ausgingen. Zunächst habe ich an einen Datenfehler gedacht. Bei 10 oder 15 % Conversion Rate liegt dieser Verdacht schließlich nahe.
Es ist aber tatsächlich kein Datenfehler. Daran zeigt sich: Der Traffic über KI ist nach wie vor gering, aber er ist äußerst relevant. Conversion Raten von 10 bis 15 % – das habe ich in meiner bald 20-jährigen Laufbahn als Online-Marketer bei keinem anderen Kanal erlebt.
Als die KI-Suche aufkam, hieß es sehr schnell von vielen Seiten: Jetzt wird Google völlig überflüssig, die Menschen suchen nur noch mit KI. Ich bin froh, dass ich inzwischen – nach einiger Zeit – ein sehr klares Bild davon habe, wohin die Entwicklung geht. Dieses Bild möchte ich gerne mit Euch teilen.
In diesem Beitrag zeige ich Dir, wo wir heute stehen, was das für SEO und für GEO bedeutet und was ich für 2027 erwarte.

Julian Dziki zeigt, wohin die GEO- & SEO-Reise 2027 gehen wird.
Meine zentralen Thesen zu KI und SEO 2027:
- Google verschwindet nicht, und GEO darf man nicht ignorieren. Beide Lager haben Unrecht.
- Die erste Recherche findet in der KI statt. Gefunden und gekauft wird oft weiterhin über Google.
- Je komplexer das Produkt, desto wichtiger ist GEO.
- Traffic war schon immer eine Krücke. Jetzt wird es sichtbar.
- Gutes SEO ist die Grundlage für gutes GEO. Gutes GEO geht aber darüber hinaus.
- Wer 2027 seine Budgets aus SEO und GEO abzieht, hat ein Problem.
Zwei Lager – und beide haben Unrecht
Im Grunde gibt es zwei Lager. Die einen sagen: Es bleibt alles beim Alten, nichts ändert sich. Die anderen sagen: Alles wird sich ändern, es gibt nur noch GEO – oder bald vielleicht nur noch Agentic Commerce, und man braucht für seine Recherchen nicht einmal mehr ein Display.
Meine klare Ansage: Beide Lager haben Unrecht. Weder darf man GEO heute ignorieren, noch wird Google verschwinden. Auch die organische Google-Suche, wie wir sie heute kennen, wird uns noch lange erhalten bleiben.
Das einmal vorweg.
Die erste Recherche findet in der KI statt
Meine Beobachtung ist inzwischen: Kunden nutzen die KI sehr häufig für die erste Recherche. Das heißt: Sämtliche informationsorientierten Suchanfragen finden sehr intensiv in der KI statt – weil sie das schlicht besser kann. Ich bin in einem Thema noch nicht zu Hause und möchte mich einarbeiten? Dann frage ich die KI, statt wie früher zehnmal zu googeln und zehn Artikel zu lesen.
Das zeigt sich auch in unserer Entscheider-Studie, die wir in Auftrag gegeben haben: 55 % der befragten Unternehmensentscheider recherchieren im beruflichen Kontext mindestens mehrmals pro Woche per KI-Tool nach Produkten oder Dienstleistern.
Dadurch haben wir SEOs über alle Branchen und Websites hinweg sehr viel Traffic verloren. Die Conversions sind jedoch nicht im gleichen Maße zurückgegangen. Warum? Weil die Menschen weiterhin Google nutzen, um das, was sie recherchiert haben, anschließend zu finden und zu kaufen. Ich recherchiere das Thema in der KI. Das passende Produkt oder den passenden Dienstleister finde ich danach besser bei Google – oder ich verifiziere dort zumindest, was die KI mir vorschlägt. Denn hier ist Google den KI-Tools deutlich überlegen: Es ist zuverlässiger.
45 % weniger Google-Traffic – aber die Conversions sind geblieben
Der Traffic über Google ist laut unserer Trafficstudie in den letzten zwei Jahren um rund 45 % zurückgegangen. Dafür haben wir die Daten von 69 deutschsprachigen Websites ausgewertet, jeweils für den April 2024, 2025 und 2026. Der Anteil von Google am gesamten Traffic hat sich in dieser Zeit fast halbiert: von 40,8 % auf 21,9 %.
Die Conversions haben sich dagegen nicht halbiert. Das ist meine Beobachtung aus der Praxis – die Studie selbst hat nur den Traffic gemessen.

Abb. 1: Google-Traffic und Gesamttraffic von 69 deutschsprachigen Websites, jeweils im April. Quelle: Seokratie-Studie, Mai 2026.
Gleichzeitig ist dieser Traffic weitgehend verschwunden, denn aus den KI-Antworten kommt er nicht in gleichem Umfang zurück. Wer die KI nutzt, klickt nur sehr selten auf ein Ergebnis. In unserer Studie hat sich der Traffic aus KI-Tools zwar verdreißigfacht – er macht aber weiterhin nur 0,40 % des gesamten Traffics aus.
Plötzlich kommen hochkomplexe Anfragen
Was dagegen häufig passiert: Inzwischen kommen User auf unsere Websites und stellen sofort hochkomplexe Produktanfragen. Das gab es in dieser Form früher nicht.
Hochkomplex heißt zum Beispiel: Die Anfrage ist bereits so strukturiert, dass klar ist: Hier hat sich jemand sehr intensiv mit dem Thema befasst – oder mit einer KI gearbeitet. Es geht um konkrete Bauteile, oder die Anfrage enthält Fachbegriffe, die ein Anfragender normalerweise nicht kennt.
Dark Touches gab es schon immer – jetzt werden es noch mehr
Im B2B und in der Industrie gab es auch früher schon viele sogenannte Dark Touches, also Berührungspunkte, die in keinem Tracking auftauchen. Laut den Benchmarks von Dreamdata sind es im B2B 31 Touchpoints vom ersten Kontakt bis zum Sale, in Europa vergehen bis dahin 199 Tage, und im Durchschnitt sind rund zwei Entscheider beteiligt.

Abb. 2: 31 Touchpoints, 199 Tage, zwei Kontakte: die B2B-Customer-Journey in Zahlen. Folien aus meinem GEO-Praxiswebinar, Zahlen von Dreamdata.
Der Kollaps der Attribution
Erst vor wenigen Tagen hat Kevin Indig dazu einen Beitrag veröffentlicht – über den Kollaps der Attribution.
Ich glaube, diese Entwicklung macht uns teilweise sogar mehr zu schaffen als der Traffic-Rückgang im SEO: Der Traffic ist insgesamt kaum noch nachvollziehbar – und er ist auch nicht mehr so wichtig.

Abb. 3: Warum sich Traffic aus KI-Tools so schwer messen lässt. Folie aus meinem GEO-Praxiswebinar.
Traffic war schon immer eine Krücke
Traffic war als Kennzahl schon früher nicht entscheidend. Dasselbe gilt für Rankings. Bitte nicht falsch verstehen: In der Gesamtbetrachtung zählen sie natürlich. Aber das Denken in einzelnen Keywords oder in Sichtbarkeitsindizes war schon immer eine Krücke, auf die man sich nicht allzu sehr verlassen durfte. Wie oft habe ich mit Kunden diskutiert, deren Sichtbarkeitsindex gefallen war, obwohl Traffic und Conversions gestiegen waren.
Jetzt zeigt sich, dass auch der Traffic eine solche Krücke ist, der man nicht mehr allzu viel Gewicht geben sollte. Ihn gar nicht zu beachten, wäre allerdings ebenso falsch.
„Woher kennst Du uns?“ – erst belächelt, jetzt die beste KPI
Deshalb halte ich die Ansätze von Kevin für sehr gut – zumal ich sie selbst schon länger vertrete. Ende letzten Jahres wurde ich für die Self-Reported Attribution noch belächelt, also dafür, dass man seine Kunden schlicht fragt: Woher kennst Du uns? Über welchen Kanal?
Inzwischen scheint das – so simpel es klingt – für viele die beste Art der Attribution zu sein.
So frage ich das konkret ab
Im B2B würde ich das im Erstgespräch mündlich abfragen. Man fragt zum Beispiel: Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden? (Das entspricht First Cookie Wins.) Oder: Was hat den Ausschlag gegeben, dass Sie sich bei uns gemeldet haben? Oder: Woher kennen Sie uns?
Typischerweise nennen die Gesprächspartner im B2B mehrere Quellen. Genau das ist das Interessante: Man kennt ein Unternehmen nicht über einen einzelnen Kanal, sondern über mehrere.
Bemerkenswert ist außerdem: Je mehr Quellen genannt werden, desto besser konvertiert der Lead.
Triangulieren statt nur Traffic zählen
Hinzu kommt die Triangulation: Man betrachtet, wie sich Traffic zu KI-Traffic, zu Rankings und zu weiteren Datenpunkten verhält, und versucht, daraus eine neue Kennzahl zu bilden.
Was bedeutet das jetzt für SEO und für GEO?
Ich beobachte, dass der SEO-Traffic abgenommen hat und teilweise auch die Leads abgewandert sind – von SEO zu GEO. Wie das Verhältnis aktuell aussieht, hängt von der Komplexität des Produkts ab.
Das ist eine zentrale Erkenntnis: Je komplexer das Produkt, desto wichtiger ist GEO.
Was ist ein sehr komplexes Produkt?
Ein sehr komplexes Produkt ist für mich ein B2B-Produkt, das in der Regel nicht direkt gekauft wird und für das man umfangreiche Vorkenntnisse benötigt. Komplex sind beispielsweise Fertigungsstraßen, IT-Dienstleistungen oder Logistikdienstleistungen – also alles, bei dem man zunächst ausführlich mit dem Vertrieb spricht, um überhaupt zu klären, was man benötigt.
20 % über KI, 80 % über Google
Bei einem sehr komplexen Produkt würde ich sagen: KI-Traffic macht über alle Kanäle hinweg bereits bis zu 20 % der Conversions aus. Das ist nicht wenig – und aus meiner Sicht eine wichtige Entwicklung.
Das heißt: Wir haben es inzwischen mit einem relevanten Anteil zu tun, der weit größer ist als früher beispielsweise der Bing-Traffic – und den wir im Blick behalten müssen.
Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass 80 % der Conversions weiterhin über Google entstehen. Doch auch diese Conversions sind inzwischen teilweise durch KI vorqualifiziert. Diese Kunden sind also keine reinen Google-Nutzer mehr, sondern haben sich vorab bereits mit Hilfe von KI informiert.
Traffic aus KI-Tools ist vorgewärmt
Ich habe diese Aussage schon mehrfach gehört und finde sie sehr treffend: Traffic aus KI-Tools ist vorgewärmt. Man erhält sehr reife Conversions von Leads, die bereits sehr gut informiert sind.
Im B2B zeigt sich das auch an den Anfragen. Sie sind teilweise so detailliert, wie man es von der jeweiligen Kundengruppe eigentlich nicht erwarten würde. Dann ist klar: Hier hat sich jemand vorab mit Hilfe von KI in das Thema eingearbeitet.
Dass Traffic aus KI-Tools besser konvertiert, zeigen auch mehrere veröffentlichte Studien:

Abb. 4: Um wie viel besser konvertiert Traffic aus KI-Tools im Vergleich zu Google? Vervielfachung laut veröffentlichten Studien von Seer Interactive, Semrush, Ahrefs und Almcorp. Folie aus meinem GEO-Praxiswebinar.
Die Zahlen aus unseren eigenen B2B-Kundenprojekten siehst Du vereinfacht dargestellt in der nächsten Grafik.

Abb. 5: Besucher aus KI-Antworten im Vergleich zur klassischen Google-Suche. Durchschnitt über B2B-Kundenprojekte von Seokratie, gerundete Werte. Quelle: Seokratie, September 2026.
Für wen das alles nicht gilt
Für wen gilt das alles nicht? Aus meiner Sicht für einfache Produkte – einen Luftballon zum Beispiel. Also Dinge, die ich kurz google, in den Warenkorb lege und sofort kaufe. Hier liegt Google weit vorne, und der Anteil der KI ist deutlich kleiner.
Das belegt auch eine Studie, die ich in einem meiner Webinare vorgestellt habe. Prof. Maximilian Kaiser (Universität Hamburg) und Prof. Christian Schulze (Frankfurt School of Finance & Management) haben 973 E-Commerce-Websites untersucht. Im E-Commerce konvertiert der Traffic aus ChatGPT schlechter als alle klassischen Kanäle – bis auf Paid Social.
Bei komplexen Produkten kehrt sich das Bild jedoch um: Dort liegt der Traffic aus ChatGPT bei der Conversion Rate unter anderem vor der organischen Suche.

Abb. 6: Conversion Rate von ChatGPT-Traffic im Vergleich zu klassischen Kanälen, aufgeteilt nach Produktkomplexität. Quelle: Kaiser & Schulze (2026), Darstellung aus meinem GEO-Praxiswebinar.
Gutes SEO ist nicht gleich gutes GEO
Kommen wir zu den Rankingfaktoren: Wie betreibt man überhaupt GEO?
GEO ist nicht dasselbe wie SEO, und gutes SEO ist nicht automatisch gutes GEO. Inzwischen hat sich herauskristallisiert, dass im GEO einige Dinge anders zu beachten sind.
Hier habe ich meine Meinung geändert
In meinem Januar-Artikel hatte ich noch geschrieben, dass gutes SEO auch gutes GEO ist. Das sehe ich inzwischen differenzierter.
Grundsätzlich stimmt die Aussage weiterhin. Präziser muss es aber heißen: Gutes SEO ist die Grundlage für gutes GEO – und gutes GEO geht darüber hinaus. Ich kann heute also gezielt mehr für GEO tun, um dort bessere Ergebnisse zu erzielen. Das war anfangs noch nicht so klar.
Auch Google selbst hat im vergangenen Jahr übrigens noch gesagt: „Good SEO is good GEO“. Inzwischen hat das Unternehmen einen eigenen Guide veröffentlicht, wie man seine Website für die KI-Funktionen der Suche optimiert. Auch dort hat sich die Haltung also bereits verändert – wobei Google darin weiterhin betont, dass die SEO-Best Practices die Grundlage bleiben.
Die Erkenntnis dahinter: Beide Disziplinen sind sich sehr ähnlich. Sie haben dieselben Grundlagen, aber unterschiedliche Nuancen.

Abb. 7: SEO ist die Grundlage, GEO und Branding bauen darauf auf. Folie aus meinem GEO-Praxiswebinar.
Wo GEO anders ist als SEO
Das beginnt bei Java Script, weil kaum ein KI-Crawler momentan Java Script versteht. Es setzt sich fort bei der Strukturierung von Content, bei strukturierten Daten und bei der Frage, wodurch man überhaupt relevant wird.

Abb. 8: Java Script und KI-Tools: Was die Bots lesen können und was nicht. Folie aus meinem GEO-Praxiswebinar.
Was man explizit für GEO tun kann
Gezielte Maßnahmen für GEO können zum Beispiel Grounding Pages sein. Ebenso kann es um mehr Struktur im Content gehen: Inhalte, die ausdrücklich auch für KI-Systeme geschrieben sind, die stärker verdichten, besser zitierfähig sind und sich leichter aufgreifen lassen.
Dazu gehört auch, Java Script zu vermeiden, wo immer es möglich ist – dieser Punkt ist tatsächlich sehr wichtig.
Relevanz: Die Grundlage bleibt SEO
Wer im SEO gut sichtbar ist, ist es in der Regel auch im GEO. Die Art, wie die klassische Suche und wie KI-Systeme Informationen nach Relevanz und Wichtigkeit sortieren, ist sehr ähnlich.
Branding, PR und harte Fakten auf der Website
Wie im SEO geht es aber auch im GEO sehr stark um Branding. Und es geht sehr stark um Originalität: der Daten, der Aussagen, der Zahlen, der Fakten. Sie ist im GEO noch wichtiger als im SEO.
Das führt dazu, dass man auch anders nach außen auftreten muss. PR wird wichtiger. Die Selbstdarstellung auf der Website wird wichtiger – vor allem, dass man dort belastbare Informationen über das eigene Unternehmen bietet.
Harte Zahlen, Daten und Fakten, die man früher vielleicht nicht veröffentlicht hätte, gehören jetzt auf die Website. Das ist eine interessante Entwicklung – und ein echter Unterschied zu früher.

Abb. 9: Die größten Hebel im GEO: eigene Zahlen, Daten, Fakten, Zitate, Autorenprofile und PR. Folie aus meinem GEO-Praxiswebinar.
Was Menschen langweilt, ist für KI-Systeme wertvoll
Dabei kann es zum Beispiel um Spezifikationen hochkomplexer Tools oder Fertigungen gehen. Solche Angaben mussten früher nicht auf der Website stehen – weil sie Leser gelangweilt haben und weil man sie im Nachgang als PDF versenden konnte.
Inzwischen suchen KI-Systeme genau solche Inhalte, die für Menschen kaum lesbar sind. Für sie sind diese Angaben äußerst wertvoll – etwa, wenn jemand für seine Fertigungsstraße nach Anbietern sucht, die seine Spezifikationen abbilden können.
Es können aber auch triviale Informationen sein: etwa, dass man bei Hotelzimmern genau angibt, was ein Zimmer umfasst. Ob ein Föhn vorhanden ist, ob es eine Badewanne gibt, und viele weitere Details dieser Art. Genau solche Angaben prüft eine KI sehr gründlich.
Prompt-Tracking: Noch ist kein Tool wirklich marktreif
An dieser Stelle noch ein Wort zum Thema Rankings. Es gibt inzwischen zwar viele Tools, die versuchen, Rankings im GEO nachzubilden – im Kern betreiben sie Prompt-Tracking. Meiner Ansicht nach ist aber keines dieser Tools wirklich marktreif und dauerhaft verlässlich nutzbar.
Das zeigt sich daran, dass die Erwähnungen völlig unterschiedlich ausfallen: je nachdem, wo man sich befindet, wer man ist – und selbst dann, wenn man zweimal hintereinander dieselbe Frage stellt.
Peec AI hat dazu kürzlich eine Auswertung von 120 Mio. Chats veröffentlicht. Bei 50 Abfragen pro Tag können Tagesveränderungen unter 12,4 Prozentpunkten reiner Zufall sein. Und bei 40 % der Prompts ohne Markennamen schwankt die Sichtbarkeit zwischen 10 und 90 %. Peec selbst zieht daraus den Schluss, dass man mehr Prompts über längere Zeiträume messen muss. Das ist naheliegend für einen Anbieter, dessen Tarife nach Anzahl der Prompts gestaffelt sind. Recht hat Peec damit trotzdem, und das Unternehmen ist auf einem guten Weg.

Abb. 10: Warum die Messbarkeit von KI-Systemen so schwierig ist. Folie aus meinem GEO-Praxiswebinar.
Die Algorithmen ändern sich viel schneller als im SEO
Wir haben es nicht – wie bei Google – mit einem Algorithmus zu tun, der bereits über 25 Jahre alt ist, sondern durchweg mit neuen Algorithmen und einer neuen Branche. ChatGPT, Google und Claude ändern ihre Faktoren laufend.
Warum? Weil sie sich sehr schnell entwickeln. Wir haben es mit den sich am schnellsten entwickelnden Unternehmen der Welt zu tun – mit einem Kapitalbedarf, der in der Geschichte seinesgleichen sucht. Das muss man berücksichtigen.
Bis vor Kurzem hat ChatGPT noch über Bing gesucht. Inzwischen verfügt ChatGPT über seinen eigenen Index. Und es wird sich noch weit mehr ändern. Das Tempo dieser Veränderungen ist deutlich höher als im SEO.
Ich erinnere mich gut, wie anfangs alle auf Reddit geschworen haben. Davon spricht heute kaum noch jemand.
Vorsicht vor den Bauernfängern
Zudem ist Vorsicht geboten: Es sind sehr viele Bauernfänger unterwegs, die Kunden vermeintlich großartige Artikel auf drittklassigen Newsportalen verkaufen.
Verkauft werden massenhaft Forenpostings, aber auch Zeitungsartikel: Man erscheint dann zwar in der Online-Ausgabe einer (halbwegs) bekannten Zeitung, der Artikel ist aber als Advertorial gekennzeichnet und steht nicht im regulären Nachrichtenbereich, sondern in einem separaten Teil, den kein normaler Leser jemals finden würde.
Auch hier solltest Du genau hinsehen – Links zu kaufen ist nach wie vor ein Verstoß gegen die Google-Richtlinien.
Natürlich ist es schwer herauszufinden, welche Quellen für eine KI wirklich gut sind. Ein einfacher Ansatz: die KI selbst fragen, welche Quellen sie heranziehen würde. Das hilft oft schon weiter. Für uns bei Seokratie gilt dabei wie immer: Wir halten uns an Qualität – im Content auf der Website ebenso wie außerhalb.
Das setzt sich langfristig immer durch. Nicht tricksen, sondern wirklich gut sein.
Ausblick: Wie sieht es 2027 aus?
Ich gehe davon aus, dass GEO 2027 noch wichtiger wird. Langfristig kann GEO einen Conversion-Anteil von 50 % erreichen – vor allem bei hochkomplexen Produkten.
Auch 2027 gilt dabei die Grundregel: Je komplexer das Produkt, desto wichtiger wird GEO.
Was müsste passieren, damit ich meine Einschätzung ändere?
Dazu müsste Google seine KI-Antworten wieder zurücknehmen und zur klassischen Suche zurückkehren.
Die Folge wäre allerdings: Die User würden für KI-Antworten nicht mehr Google nutzen, sondern Claude oder ChatGPT – und Google nur noch für „klassische“ Suchanfragen. Inzwischen verstehe ich auch, warum Google so schnell und beinahe hektisch in diesen Bereich eingestiegen ist: Andernfalls hätte es das Unternehmen tatsächlich Marktanteile gekostet.
Die offene Frage: Wie sollen Ads da funktionieren?
Spannend finde ich außerdem die Frage, wie sich Ads so in KI-Antworten integrieren lassen, dass sie performen und nicht stören. Ich halte die Monetarisierung über Ads nämlich für sehr schwierig: Ads und KI-Antworten passen nicht besonders gut zusammen. Der erste Schritt von OpenAI, Ads nur in den kostenlosen Versionen auszuspielen, überzeugt mich nicht – denn genau diese User sind für mich am wenigsten interessant. Ich möchte den Pro-User erreichen, der B2B-Anfragen stellt – ganz gezielt mit B2B-Werbung für komplexe Produkte.
Die Sichtbarkeitsdaten müssen von den KI-Tools selbst kommen
Wenn die KI-Sichtbarkeitstools noch nicht ausgereift sind: Wie findet man dann heraus, ob sich die eigene Website im GEO besser oder schlechter entwickelt? Ich gehe davon aus, dass es dafür in naher Zukunft verlässlichere Möglichkeiten geben wird – vielleicht auch von den KI-Tools selbst.
Erste Ansätze in diese Richtung gibt es bereits: Google hat im Juni 2026 eigene Berichte für die KI-Funktionen der Suche in der Search Console vorgestellt. Und die Bing Webmaster Tools zeigen seit Februar 2026, wie oft die eigenen Seiten in KI-Antworten zitiert werden.

Abb. 11: Der neue Bericht zu den KI-Funktionen in der Google Search Console. Quelle: Google Search Central Blog, Juni 2026.
Aus meiner Sicht ist das auch der einzige Weg, auf dem es langfristig belastbare KPIs für GEO geben wird: Die Sichtbarkeit innerhalb eines Tools wird vom Tool selbst bereitgestellt.
Auch im SEO-Tracking ist zu beobachten, wie Google inzwischen sehr vehement gegen Toolanbieter vorgeht. Die Botschaft ist klar: Die Daten sollen von Google, OpenAI oder Anthropic selbst kommen. Ich glaube, dass es früher oder später bei allen Tools so sein wird.
Woran messe ich meinen Erfolg im Jahr 2027?
Dennoch bleibt die Frage: Woran messe ich meinen Erfolg als SEO oder GEO im Jahr 2027? Das ist schwierig. Wir bewegen uns leider in einer Welt der Dark Touches. Das heißt: Es wird deutlich weniger sichtbar.
Im Grunde war das schon immer so, viel hat sich daran nicht geändert. Auch früher waren in Google Analytics nur drei oder vier Touches sichtbar, obwohl es in Wahrheit über 30 sind.
Ich suche etwas, besuche die Website und konvertiere – das ist heute nur noch bei sehr wenigen Produkten der Fall. Meist ist die Customer Journey deutlich länger und lässt sich von niemandem ernsthaft von Anfang bis Ende nachverfolgen.
Es sei denn, man heißt Amazon oder Otto oder führt eine andere große Consumer Brand mit Tausenden von Conversions am Tag. Dann lässt sich datengetrieben natürlich deutlich mehr erreichen.
Alle anderen müssen lernen, mit Annäherungswerten zu leben. Das heißt: die Daten triangulieren und die Self-Reported Attribution abfragen, wie oben beschrieben. Man betrachtet einzelne Datenpunkte: Woher kommt welcher Lead? Und natürlich kann man auch KI zur Auswertung heranziehen.
Was Du 2027 konkret tun solltest
Erstens: Prüfe zunächst, ob Deine Website technisch für KI crawlbar ist. Stichwort Java Script – und auch Ladezeiten.
Zweitens: Stelle sicher, dass Deine Website auch inhaltlich für KI aufgestellt ist. Das bedeutet nicht, dass sämtlicher Content grundlegend überarbeitet werden muss. Teilweise müssen aber Seiten angepasst werden, die man sonst nicht angefasst hätte – weil eine KI anders liest und Inhalte anders strukturiert benötigt.
Sehr oft müssen zum Beispiel die Fakten weiter nach oben rücken, oder man achtet stärker auf die Zitierfähigkeit der Inhalte.
Wofür ich kein Geld ausgeben würde
Kein Geld ausgeben würde ich für gekaufte Backlinks, für Foren-Spam und für massenhaft automatisiert erstellte Texte – weil all das bei KI schlicht nicht funktioniert.
Im Gegenteil: Glänzen kann man mit Content derzeit vor allem durch noch mehr Qualität und Originalität als jemals zuvor. Selbstverständlich nutzt man dafür auch KI als Hilfsmittel. Auf keinen Fall aber gelingt das mit automatisiert erstellten Inhalten, die ungeprüft – oder größtenteils ungeprüft – ins Netz gelangen.
Der Mensch muss in den Prozess der Content-Erstellung immer wieder eingebunden sein. Dazu bieten wir auch Webinare an, die Du Dir ansehen kannst. Als Agentur kann man uns für kleines Geld natürlich auch immer buchen, sowohl ausführend wie auch beratend.

Abb. 12: Was Du im GEO lassen solltest. Folie aus meinem GEO-Praxiswebinar.
Wer seine Budgets abzieht, hat ein Problem
Wer 2027 im SEO und im GEO nicht präsent ist und seine Budgets womöglich sogar abzieht, bekommt ein Problem.
Dazu passt unsere bereits erwähnte Entscheider-Studie, für die YouGov 509 Unternehmensentscheider in Deutschland befragt hat. 58 % gehen davon aus, dass Unternehmen, die in KI-Antworten nicht vorkommen, in den nächsten Jahren Kunden verlieren werden. Und 71 % stimmen zu, dass SEO auch im KI-Zeitalter wichtig für ihre Sichtbarkeit bleibt.
Investieren will allerdings nur ein Teil: 44 % planen, innerhalb der nächsten zwölf Monate in ihre KI-Sichtbarkeit zu investieren. Gut jeder Dritte (35 %) schließt das sogar ausdrücklich aus. Vielleicht, weil man sich nicht vorstellen kann, dass es tatsächlich etwas bewirkt?

Abb. 13: Zustimmung unter 509 Unternehmensentscheidern in Deutschland. Quelle: YouGov im Auftrag von Seokratie, Feldzeit 16.–24. Juli 2026.
Fazit: Wohin geht die Reise?
Google verschwindet nicht, und GEO darf man nicht ignorieren. Die erste Recherche findet in der KI statt, gefunden und gekauft wird aber weiterhin sehr oft über Google. Je komplexer Dein Produkt ist, desto wichtiger wird GEO für Dich – 2027 vermutlich noch mehr als heute.
Mach Deine Website für KI crawlbar und rücke die Fakten nach oben. Messen lässt sich das alles nur noch näherungsweise: Frag Deine Kunden, woher sie Dich kennen, und trianguliere die Daten, die Du hast. Und setze auf Qualität – nicht tricksen, sondern wirklich gut sein.
Bist Du bereit für die Suche von morgen? Nimm gerne mit uns Kontakt auf, um Deine GEO- und SEO-Potenziale zu entdecken.