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Welche Domainendung hilft bei SEO am meisten?

Julian DzikiSEO-Experte | Seokratie München

Neben dem richtigen Domainnamen und guten URLs ist die Domainendung, auch TLD (Top Level Domain) genannt, extrem wichtig für SEO, wird aber leider oft falsch gewählt. Im heutigen Blogpost zeige ich Dir, worauf es ankommt und wie Du die richtige Endung wählst! Nebenbei erfährst Du auch, wie sich der Inselstaat Tuvalu mithilfe von Domainendungen die Aufnahme in die Vereinten Nationen leisten konnte.

Tongatapu

Was hat diese Insel im Südpazifik mit Domainendungen zu tun?

CNOBI-Domainendungen: .COM / .NET / .ORG / .BIZ / .INFO

Weltweit am bekanntesten sind die sogenannten CNOBI-Domainendungen. Dabei handelt es sich ganz einfach um die Endungen .COM, .NET, .ORG, .BIZ und .INFO, also C-N-O-B-I. Diese Endungen sind länderunabhängig, daher musst Du in der Search Console ein Land zuweisen, sofern Du nur in einem Land tätig bist. Das geht unter dem Menüpunkt „Suchanfragen“ und dann „Internationale Ausrichtung“.

Internationale Ausrichtung von Domains

So legst Du ein Land bei einer CNOBI-Domain fest.

Achtung: Wenn Du in mehreren Ländern unterwegs bist, lasse die internationale Ausrichtung so bestehen!

Am bekanntesten ist natürlich die .COM Endung. .NET ist eher etwas für Communities und .ORG für Organisationen. Die Endungen .BIZ und .INFO sind wenig gebräuchlich und haben sogar den Ruf, besonders oft von Spammern benutzt zu werden. Von diesen zweien würde ich Dir eher abraten.

Länderdomains: .DE / .AT und viele mehr!

Neben den CNOBI-Domains sind die Länderdomains am geläufigsten. In Deutschland ist das natürlich die Endung .DE, die übrigens auch im Bundesstaat Delaware in den USA oft benutzt wird. Wenn Du Dir nicht sicher bist, welche Endung Du wählen sollst, nimm am besten immer die .DE. Damit machst Du in Deutschland auf jeden Fall nichts falsch. Diese Endung hat in der Regel die höchsten Klickraten, auch höhere als die .COM. Da die Klickrate heute wichtig für ein gutes Ranking ist, würde ich immer die .DE-Version bevorzugen. Wir hatten schon Domainumzüge, bei denen wir nichts weiter gemacht haben als aus der .COM eine .DE zu formen. Das gab uns einen enormen Rankingboost!

Meine Domain ist besetzt – was nun?

Der Nachteil von .DE-Domains: Die meisten guten Namen sind schon besetzt. Viele geben dann schon auf und wählen einen anderen Namen. Dabei kannst Du Domains oft recht unkompliziert und für relativ wenig Geld kaufen. Dazu reicht es in der Regel bei www.sedo.com vorbeizugucken und dort die Wunschdomain einzugeben. Viele Domains sind nur registriert, aber ohne Inhalt. In diesem Fall stehen sie dann bei Sedo und warten auf ein Gebot. Natürlich gibt es die Knaller-Domains wie Kredit.de, die für mehrere hunderttausend Euro verkauft werden – der Normalfall sind allerdings wenige hundert Euro pro Domain.

Länderdomains mit zweiter Bedeutung: .TO und .FM

Die Endung .TO ist wohl vielen von diversen Streaming-Plattformen bekannt. Tatsächlich handelt es sich dabei um die Länderdomain von Tonga, einem Inselstaat im Südpazifik. Dort konnte man schon sehr früh Domains anonym registrieren. Außerdem hat die Endung .TO eine Zweitbedeutung wegen der damals beliebten Daten namens „Torrent“.

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Lage von Tonga

Hier liegt der Usprung der Endung .TO – in Tonga

Die Endung .TV (bekannt von z.B: Arte.TV) gehört übrigens zu Tuvalu, einem Inselstaat nordwestlich von Tonga mit nur rund 10.000 Einwohnern und dem kleinsten Bruttosozialprodukt der Welt. Von den Verwaltungsgebühren, die die zentrale Domainregistrierungsstelle Internet Corporation for Assigned Names and Numbers, kurz ICANN dem Inselstaat zusprach, finanzierte Tuvalu sich die Aufnahme in die Vereinten Nationen. 🙂

Wirklich sinnvoll sind diese Endungen nur für den jeweiligen Spezialgebrauch, aber ich würde eher davon abraten.

Neue Domainendungen: .SHOP / .BERLIN & Co.

2013 beschloss die ICANN aufgrund der immer weniger frei verfügbaren TLDs, neue Domainendungen einzuführen. Allerdings ließen sie sich das gut bezahlen: Sogenannte „Sponsoren“ konnten sich für Endungen bewerben, mussten allerdings eine Aufnahmegebühr von insgesamt rund 200.000 Dollar pro Endung berappen. Heraus kamen bis heute hunderte neue Endungen, die nun unter der Verwaltung dieser Sponsoren stehen. So verwaltet etwa die dotBerlin GmbH die Endung .BERLIN. Es gibt wirklich zu allen Themen Endungen, wobei die mittlerweile bekannteste die .SHOP geworden ist. Das Unternehmen mit den meisten Bewerbungen war übrigens Google mit insgesamt 101 an der Zahl. Auf Platz zwei folgte Amazon. Viele neue Endungen sind noch nicht frei verfügbar, andere unterliegen bestimmten Restriktionen. So kann man bestimmte Reiseendungen nur registrieren, wenn man tatsächlich ein Reisebüro ist.

Wie sieht Google die neuen Endungen?

Google hat bereits offiziell bestätigt, dass die neuen Endungen genauso behandelt werden wie .CNOBI-TLDs. Man hat also weder Vor- noch Nachteile im Ranking, auch das wurde deutlich gemacht. Allerdings müsst Du bei einer neuen Endung dann auch Deine geografische Ausrichtung festlegen – das gilt auch für die .BERLIN oder .BAYERN!

Searchmetrics hat sich vor einiger Zeit einmal die .BERLIN-Endung genauer angesehen, später dann auch alle neuen Endungen. Fazit: Die Verbreitung ist noch sehr gering, aber die neuen Endungen scheinen so schlecht gar nicht zu sein. Auch ich war anfangs eher gegen neue Endungen, muss aber heute sagen, dass es schon Szenarien für neue Domains geben kann – besonders im lokalen Bereich oder in Spezialthemen (.SHOP / .HOTEL). Bei generischen Namen, z.B. „Handtaschen“ gibt es aber einen Riesennachteil: Es profitiert immer der Inhaber der .DE-Domain mit, weil die meisten Leute gewohnt sind, dass man Handtaschen.DE eingibt anstatt Handtaschen.SHOP. Da fällt mir der Slogan einer Werbung ein: „Flüge schreibt man mit UE“, weil der Anbieter mit „Ü“ ein anderer ist. 🙂

Sollte ich Keyworddomains mit neuen Endungen als Domainer registrieren?

Natürlich werden sich manche Leser denken, dass es jetzt eine gute Zeit wäre, sich gute Keyworddomains mit den neuen Endungen zu registrieren. Ich denke nicht, dass das eine gute Strategie ist. Zum einen gibt es mittlerweile einfach zu viele Endungen. Das Preisgefälle von Keyword.DE auf die Keyword.COM ist bereits sehr gewaltig und bei .SHOP wird man wohl nur für die absoluten Premiumdomains gutes Geld bekommen. Zudem scheinen manche Sponsoren bereits jetzt finanzielle Probleme zu bekommen. Und wer weiß, ob nicht langfristig einige TLDs wieder verschwinden? Als jemand, der damals ganz tolle .MOBI-Domains registriert hat, weiß ich, wovon ich rede. Sicher gibt es einige gute Domains mit denen man Handel treiben kann – aber die neuen Domains sind insgesamt eher etwas für Endkunden, nicht für Domainer.

4 kurze Tipps, was Du bei Deiner Domainendung beachten solltest

  1. Wer ist Deine Zielgruppe? Kommt Sie mit der Endung gut klar oder eher weniger? Je weniger technikaffin und je älter, desto „konservativer“ solltest Du auch bei der Endung sein.
  2. Was für eine Assoziation weckt Deine Endung? Schreibe sie neben andere Domainendungen und lasse dann Freunde und Bekannte entscheiden: Finanzberater.berlin – Finanzberater.de  – Finanzberater.org.
  3. Sind die anderen relevanten Endungen bereits registriert? Falls nein, solltest Du sie vorsichtshalber registrieren – Domainsnapper holen sich gerne einmal die .AT oder .CH-Version von deutschen Startups.
  4. Denke immer an die Klickrate: Könnte sie höher oder niedriger sein als bei einer anderen Endung?

Fazit

Für welche Endung Du Dich entscheidest, bleibt letztlich Dir überlassen. Ich persönlich würde heutzutage immer noch klar zur .DE-Endung tendieren. Sich eine .XYZ-Endung zu holen, nur damit man das Keyword im Domainnamen hat, scheint heute nicht mehr wirklich viel Sinn zu machen – sonst wären die Suchergebnisse längst voll von solchen Miniprojekten. Allerdings scheinen manche Endungen sich tatsächlich so langsam in der breiten Bevölkerung durchzusetzen und mich zumindest würde eine .SHOP nicht abschrecken, ich würde manchmal sogar eher darauf klicken als auf eine .DE!

Insel von Tongatapu: benkrut / Istockphoto.com – Landkarte von Tonga: bergserg / Istockphoto.com

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