SEO

Wer gewinnt den K.I.-Kampf der Suchmaschinen: Google oder Bing?

Julian DzikiSEO-Experte

Jeder, der irgendwie im Bereich Online-Marketing arbeitet, hat die gewaltigen Fortschritte gesehen, die die K.I. ChatGPT erzielt hat. Derzeit tobt ein offener Kampf zwischen Microsoft Bing und Google um die Vorherrschaft in der K.I.-Suche. Meiner Ansicht nach handelt es sich um eine sehr große PR-Schlacht, die bei weitem nicht viel mit der künftigen Suche zu tun haben wird. Ich bin ja immer gerne jemand, der in die Glaskugel guckt und Entwicklungen analysiert – als Historiker habe ich das auch systematisch gelernt – daher bekommt Ihr heute meinen Senf zum Thema „K.I. und Suchmaschinen“ mit. Dabei geht es vor allem um die richtigen Fragen, dann kommen die Antworten von ganz alleine!

Julian mit K.I. gemalt.

Diese Bilder hat eine K.I. aus etwa 20 Sample-Fotos von mir gemalt. Funfact: Da ich auf einigen Fotos einen Papagei auf den Schultern hatte, hat die K.I. mir diverse Vögel auf die Schultern gemalt. Toll!

Wie ist der Stand mit K.I. und Google?

Bereits seit 2015 wird künstliche Intelligenz in der Google Suche benutzt. Die zugrundeliegende Technologie nennt sich Rankbrain und wird vor allem dazu benutzt Suchanfragen intern „umzuschreiben“, so dass Google bessere Ergebnisse liefern kann. Aber auch in der Qualitätssicherung und an vielen anderen Punkten nutzt Google schon länger K.I.. Neu ist die Entwicklung durch den Konkurrenten Microsoft Bing. Microsoft Bing hat mit ChatGPT mittlerweile ein K.I.-Startup in den eigenen Reihen, das sehr gute Ergebnisse liefert. ChatGPT ist eine K.I., bei der man mittels Chat wirklich einfach arbeiten kann. ChatGPT kann Texte schreiben, zusammenfassen und auf beliebige Fragen antworten. Auf den ersten Blick erkennt man keinen Unterschied zu einer menschlichen Antwort.

Der Vorzeige-Effekt eignet sich ideal für Marketing: Nach dem großen Erfolg des kostenlosen Tools kündigte Bing an, dass die Technologie sehr bald in der Suchmaschine Verwendung finden würde. Kurze Zeit später brachte Google hektisch das Projekt „Google Bard“ zum Vorschein, das nun auch baldmöglichst gelauncht wird und natürlich besser sein wird als vom Konkurrenten Bing. Der Kampf um die K.I.-Vorherrschaft der Suchmaschinen ist eröffnet!

Warum hat Google erst jetzt eine K.I.-Suchfunktion angekündigt?

Google achtet sehr stark auf eine gute Nutzerzufriedenheit. Wenn Nutzer mit einer Suchmaschine unzufrieden sind – und das kann schon nach 1-2 „schlechten“ Suchergebnissen passieren, dann sind sie sehr wechselwillig und bleiben dann bei der Konkurrenz. Das wäre der Super-GAU für Google, den man unbedingt vermeiden möchte. Mit am folgenschwersten für eine Suchmaschine ist es, wenn sie die falschen Antworten liefert oder eben nicht die richtigen.

Wer ChatGPT schon intensiv genutzt hat, der merkt: Die Antworten klingen immer ganz richtig, manchmal sind sie sachlich aber komplett falsch. Besonders wenn bereits die Frage falsch ist, dann liefert ChatGPT auch die falsche Antwort dazu.

Google hat seit der Einführung von Featured Snippets extreme Vorsicht walten lassen, weil falsche Antworten dem Ruf der größten Suchmaschine der Welt extrem schaden können.

Und nun kommt Microsoft Bing und prescht vor, mit einer Ankündigung und Beispielen, die sehr beeindrucken. Ich verspreche Euch, dass das fertige Produkt bei weitem nicht so gut sein wird wie es präsentiert wurde. Microsoft Bing möchte Marktanteile von Google abgreifen. Und das kann es, weil die meisten Menschen die beiden Suchmaschinen nicht voneinander unterscheiden können. Was die Nutzer also bei Google hält ist die Gewohnheit – und da greift Bing gerade an.

Und Google? Google musste antworten – so zumindest die Meinung der Führungsebene. Also wurde BARD entworfen, das vermeintliche Gegenstück zur Bing-K.I. Warum jetzt? Die Chefs von Google fühlen sich unter Zugzwang. Sollte die Bing-K.I. auch nur halbwegs funktionieren, dann wäre das erstmals seit Langem ein echter Technologievorsprung, den Bing vor Google hätte. Auch wenn die K.I. unausgereift ist, wenigstens hat man dort eine. Das alleine könnte Bing (und tut es ja jetzt bereits) für eine große PR-Kampagne nutzen, um Nutzer von Google wegzulocken.

Hier seht Ihr die Suchanfragen nach „Bing“ bei Google Trends:

Wie fertig ist die K.I.?

Wenn Ihr einen Entwickler von Google fragen würdet: Die K.I. ist nicht fertig. Sergey Brin höchstpersönlich hat nun (erstmals seit seinem Rückzug 2019) Zugriff auf den Code angefragt. Die Gründer von Google mischen sich wieder ein und machen heftig Druck. Google Mitarbeiter selbst machen sich in deren internen Forum ihrem Ärger Luft und beschweren sich, dass Sundar Pichai (der CEO von Google) die Ankündigung hektisch und verpfuscht präsentiert habe.

Es ist also jede Menge Hektik und Druck in der Entwicklung der K.I.-Suchen, sicher auch bei Microsoft Bing. Beide Seiten werden genau beobachten wie und was die andere Seite macht – und jeder wird versuchen der Erste zu sein. Dabei müssen Google und Bing beide aufpassen, dass sie nicht ein komplett unfertiges Produkt auf den Markt werfen, um die Nutzer nicht zu enttäuschen.

Wie gut wird die Suche sein?

Aus Sicht von Google muss man handeln, das ist klar. Gleichzeitig will man aber nicht die Qualität der Suche leiden lassen, also würde ich als CEO mindestens das bieten wollen, was Bing hat – in einer besseren Qualität. Beide Suchmaschinen werden letztlich nicht das liefern können, was sie versprechen. Warum? Es gibt noch einen riesigen Faktor, den seltsamerweise nie jemand nennt, wenn es um K.I. geht.

Google BARD

So wird eine typische K.I.-Suche bei Google aussehen (laut Google).

Wie sieht es aus mit den Rechenkapazitäten?

Google hat extreme Schwierigkeiten mit dem Crawlen von JavaScript, weil es viele Resscourcen frisst. Jede Suchanfrage wird ja bekanntermaßen auch live berechnet, auch das kostet Google Milliarden von Dollar – und man hat riesige Datacenter auf der ganzen Welt verteilt, die wirklich viel damit zu tun haben die bisherigen Suchanfragen zu bewältigen.

K.I. wäre schon längst überall eingebaut, wenn nicht neben dem Managen von Falschinformationen auch noch das Problem der Skalierung wäre. Eine Suchanfrage kostet extrem viel Rechenkapazität – wir merken es an der ständigen Auslastung von ChatGPT. Wenn Google K.I. für sämtliche Suchanfragen live schalten würde, dann würde die Suche zusammenbrechen. Zudem wollen die meisten Nutzer ihre Antworten schnell haben – das geht mit K.I. zu langsam.

Ist K.I. ein Hype?

Nein, K.I. ist kein Hype. Ein Hype ist, wie die Erwartungen an K.I. derzeit in die Höhe schnellen. Ich beobachte die Entwicklung schon seit Jahren und es ist erstaunlich, welche Sprünge in der Entwicklung in so kurzer Zeit gemacht wurden. Für ganz spezielle Anwendungsfälle und z.B: sehr sich wiederholende Aufgaben kann K.I. ein wahrer Game Changer sein. K.I. wird unser Leben und unsere Arbeitswelt nachhaltig und dauerhaft verändern.

Nur wird das nicht in den nächsten drei Wochen passieren, sondern noch einige Zeit dauern.

Wie wird SEO sich verändern?

Da draußen gibt es viele, teils sehr unseriöse Meinungen zum Thema wie SEO sich verändern wird. Von „SEO ist tot“ bis hin zu „nichts wird sich ändern“ ist alles dabei. Ich teile die Meinung von Johannes Beus (Sistrix), der vor allem informationsorientierte Suchanfragen und bisherige Featured Snippets als „Ziel“ von Googles BARD sieht. Langfristig werden wir durchaus starke Veränderungen sehen, denn aus der Suche wird dann ein Suchagent wie ihn Tim Berners Lee (der Erfinder des World Wide Web) bereits im Jahr 2001 im Scientific American gezeichnet hat. Der Suchagent wird selbstständig für mich einen Arzttermin machen oder mir die besten Tools zum Thema XY auflisten.

Was definitiv aussterben wird, das ist langfristig das Auszeichnen von Daten mittels strukturierten Daten – denn eine gute K.I. kann diese Daten selbst finden und strukturieren. Aber auch hier werden vermutlich noch Jahre ins Land gehen, bis man wirklich auch von den Rechenkapazitäten das abbilden kann.

Langfristig ist SEO nicht in Gefahr, im Gegenteil. Es geht ja darum, dass man seine Inhalte für Suchmaschinen 1) gut auffindbar und 2) attraktiv gestaltet. Das wird mit K.I. noch komplexer. Qualität wird sich jedoch immer durchsetzen, deswegen sehen wir das bei Seokratie eher entspannt. 😉

Wie wird sich das SEO-Arbeiten verändern?

Bereits jetzt lasse ich mir gerne einmal einen knackigen Title oder auch Blogpostideen generieren und hole mir kreative Ideen von der K.I.. Als Tool wird K.I. in vielen Bereichen Einzug halten – sofern man immer noch eine menschliche Kontrollfunktion dahinter hat ist das auch nicht schlecht.

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Manch eine Text-Agentur dort draußen verkauft bereits Textpakete zu Schleuderpreisen, die mittels K.I. erstellt wurden. Diese Texte werden langfristig genauso viel bringen wie heutzutage die Billig-Contentbroker-Texte. Klug eingesetzt kann jedoch die redaktionelle Arbeit verbessert und beschleunigt werden – jedoch nur in bestimmten Anwendungsgebieten.

Was ist eigentlich mit E-A-T?

Google ist nicht erst seit Corona stark hinterher Falschinformationen zu identifizieren und wendet bei wichtigen Themen (Medizin, Finanzen, Erziehung etc.) strenge Qualitätsrichtlinien an. Hier wird stark auf Sachkompetenz, fachliches Ansehen und Vertrauenswürdigkeit der Quellen geachtet. Kann zu diesen Themen eine K.I. Antworten generieren? Die Antwort muss hier nein lauten, denn es gibt wirklich viele Beispiele von sachlich komplett falschen Antworten, die manchmal bei einer K.I. einfach „durchrutschen“. Es ist spannend, wie sich Google hier verhalten mag. Zum einen gibt es die klare Meinung der Google-Ingenieure, die die Qualität hoch halten wollen. Zum anderen aber den Druck von CEO und Google-Gründern, die schnell ein fertiges Produkt auf dem Markt haben wollen. Letztlich könnte es aber mehr Schaden als nutzen. Die K.I. könnte die Suchergebnisse im Allgemeinen verschlechtern und zunehmend falsche Antworten liefern. Dieses Risiko wird vielleicht aber in Kauf genommen, denn die PR-Schlacht gegen Microsoft muss gewonnen werden.

Was sagt eine K.I. zum Thema?

Ich habe (eher zum Spaß) die K.I. Jasper gefragt „Wer wird die beste K.I. als Suchmaschine bieten, Google oder Bing?“

Hier die Antwort:

„Wenn es um Suchmaschinen geht, ist Google die unbestrittene Nummer eins. Es gehört zu den meistbesuchten Websites der Welt und bietet eine Vielzahl von Tools und Features für die Suche nach Informationen. In den letzten Jahren hat sich Google immer weiter verbessert, indem es neue Algorithmen und Technologien implementiert, um noch bessere Ergebnisse zu liefern.

Bing hingegen versucht, aufzuholen und sich Google anzunähern. Microsoft hat viel in Bing investiert, aber es konnte nicht ganz mit Googles Datensammlung mithalten. Im Laufe der Jahre wurden jedoch Verbesserungen vorgenommen, so dass Bing als ernsthafter Konkurrent angesehen werden kann. Mit Künstlicher Intelligenz (KI) ist Bing bemüht, ein besserer Suchmaschinendienst zu sein als Google, der auch Image-Suche und Video-Suche bietet sowie intuitives Design und Verbesserungen beim Webcrawling anbietet.

In Bezug auf KI ist Google jedoch immer noch weiterentwickelt: Es bietet KI-gesteuerte Funktionen wie AutoFill und SmartCompose sowie alle Arten von maschinellem Lernen in Form von App-Empfehlungen, Malware-Erkennung und anderen Diensten. Das Unternehmen hat Investitionen in Höhevon Milliarden Dollar getätigt, um seine KI-Fähigkeiten zu erweitern und verbessern – was bedeutet, dass Google den Marktvorteil lange behalten wird.

Am Ende muss jeder Nutzer selbst entscheiden welche Suchmaschine er nutzen möchte. Beide haben ihre Stärken – aber aufgrund monetärer Investitionen ist wohl Googles Oberhand im Bereich KI nicht mehr zu überbieten!“

Da stimme ich zu. Letztlich hat die neue Entwicklung von Microsoft einen großen Show-Effekt, was von Microsoft hemmungslos für die PR-Attacke auf Google genutzt wird. Google hingegen investiert schon seit Jahren viel in sinnvolle K.I., ist sich aber sehr der jetzigen Grenzen der Technologie bewusst. Bisher fand ich den Umgang von Google mit K.I. sehr verantwortungsvoll und durchdacht. Das könnte sich jetzt ändern.

Die Glaskugel: Was wird kommen?

Beide Suchmaschinen werden K.I. medienwirksam präsentieren. Die Beispiele auf den Such-Events werden richtig toll sein – die Praxis wird da aber anders aussehen. Sowohl von den Kapazitäten wie auch von der Qualität ist man noch nicht so weit als dass man die Ergebnisse groß präsentieren kann.
Was ich mir vorstellen kann ist ein „Google Premium“, für das man bezahlen muss und dafür eine K.I.-Suche hat. Damit könnte man neue Geldquellen erschließen, denn der Anzeigenmarkt ist ja nicht mehr so profitabel und mehr Anzeigen kann ich ja als Google nicht mit einer K.I. verkaufen. Alternativ startet man die Premium-Suche auch erst einmal auf Google-Geräten. Ein Grund mehr dass man sich ein Pixel-Phone holt. 😉

Langfristig werden komplexe Suchanfragen durchaus mehr mit K.I. beantwortet werden – und Nutzer sind dann auch bereit hierfür vielleicht ein paar Sekunden zu warten. Nach der großen Ankündigung mit eher kleinem Effekt wird sich K.I. also nach und nach so langsam in allen Bereichen der Suche einnisten – und dort bleiben. Das wird aber länger dauern als ein paar Monate. Die Herausforderungen für Google sind: Erstens die richtigen Antworten zu liefern und Falschantworten zu vermeiden. Zweitens die Rechenkapazitäten sinnvoll zu nutzen und im Budget zu bleiben – denn auch das ist begrenzt.
Also: K.I. wird kommen, aber nicht so schnell wie wir vielleicht denken.

Was ist Deine Meinung zu K.I. und Suchmaschinen? Ich freue mich über Deinen Kommentar! 

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Über Julian Dziki
Wie andere Fussballprofi werden wollten, so wollte Julian immer schon im Online Marketing arbeiten. Den Blog Seokratie.de startete er 2008 neben seinem Studium. Aus dem Hobby wurde sein Beruf: Heute ist er Geschäftsführer und Inhaber der Online Marketing Agentur Seokratie mit rund 30 Mitarbeitern. Er ist Autor von "Suchmaschinen-Optimierung für Dummies", das 2018 im Wiley Verlag erschienen ist. Hier findest Du alle Beiträge von .
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