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SEO

Wie wird man ein guter SEO?

Julian DzikiSEO-Experte | Seokratie München

Wie wird man eigentlich Suchmaschinenoptimierer? Dieser interessanten Frage möchte ich heute nachgehen.

Wie ich SEO wurde

Ich war im dritten Semester Student an der LMU München, Geschichte und Archäologie. Damals hatte ich meiner Schwester zu Weihnachten ein selbstbedrucktes T-Shirt auf Spreadshirt geschenkt. Nachdem ich es bestellt hatte, bekam ich eine E-Mail, in der Spreadshirt damit warb, ich könne meinen eigenen T-Shirt Shop erstellen und damit – ohne große HTML Kenntnisse – Geld verdienen. Gesagt, getan. Ich wollte schon immer etwas im Internet machen!

Ich hatte jedoch keine Besucher, daher versuchte ich es mit Google Adwords Werbung, was natürlich nicht richtig funktionierte (Keywords: Lustige T-Shirts etc.) und die Marge viel zu klein war. Irgendwo im Spreadshirt Forum erwähnte dann jemand das Thema „SEO“ und dass man damit kostenlos Besucher bekommen könnte. Seitdem bin ich dabei! Irgendwann nach einem halben Jahr rechnete ich mir meinen Stundenlohn aus: Ganze 2 Cent und das bei mindestens 12 Stunden „Arbeit“ pro Tag, auch samstags und sonntags. Aber SEO machte mir unheimlich Spaß und ich blieb hobbymäßig dabei. Ich beschäftigte mich nur noch mit SEO, kaum noch mit meinem Studium. Meine Freunde waren genervt, wenn ich das Thema auch nur erwähnte. Irgendwann machte ich dann einmal SEO für jemand anderen und die Webseite wurde ein Bombenerfolg. 10x mehr Umsatz innerhalb von zwei Monaten! Ich merkte, dass es besser wäre, wenn ich für andere SEO machen würde, denn ich hatte nicht wirklich etwas zu verkaufen und das Layout meiner Webseiten war grausam. Irgendwann arbeiteten dann auch die ersten Mitarbeiter für mich. Das Studium wurde mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt.

Damit kenne ich mich auch aus: Blick in eine Straße von Pompeji

Damit kenne ich mich auch aus: Blick in eine Straße von Pompeji

Mein Studium habe ich dann erst dieses Jahr mehr oder weniger erfolgreich abgeschlossen, aber hey, immerhin! 🙂 Mittlerweile sind wir sechzehn Leute. So viel zu meinem Werdegang.

Quereinsteiger

Alle SEOs, die ich aus meiner Anfangszeit kenne, sind Quereinsteiger gewesen. Was – oder ob – man studiert hat, war völlig egal. Hauptsache, man war SEO-interessiert. Kennengelernt hat man sich meistens über Foren, Chats, E-Mail oder auf diversen Konferenzen, von denen es damals ja auch nicht so viele gab. Ausbildung? Gab es nicht. Wichtig war, dass man die neuesten Updates miteinander diskutierte. Ohne auf Sichtbarkeitsverläufe zu schauen, denn auch die gab es damals noch nicht! Dafür gab es noch den guten alten Yahoo Siteexplorer.

 

Wie man heute SEO wird

Trainee

Ich bin mir relativ sicher, dass es damals keine Traineestellen für SEO gab. Gar nicht. Heute gibt es sehr viele Aus- und auch Forbildungsmöglichkeiten in Agenturen oder bei größeren Unternehmen in Inhouse Teams. Mit Seo-Trainee.de gibt es sogar einen Blog, in dem es nicht nur um ein SEO-Traineeprogramm geht, der aber viele nützliche Infos bereitstellt. Für ein Traineeprogramm sollte man sich vorab gut über das Unternehmen informieren. Die Dauer liegt meist bei 12-18 Monaten. Die Bezahlung ist nirgends üppig, aber dafür lernt man auch viel. Ihr solltet auf jeden Fall vorher genau abklären, ob Ihr wirklich auch etwas lernt und nicht nur für Webkatalogeinträge missbraucht werdet. Wichtig ist natürlich auch, ob Ihr hinterher übernommen werdet. Das sollte die Regel sein, nicht die Ausnahme. Wenn Ihr allerdings bei einer guten Firma Euren Trainee gemacht habt, müsst Ihr Euch eigentlich keine Gedanken um einen Job machen. Die Jobperspektive ist sehr, sehr gut!

Werkstudent

Viele kommen erstmalig durch eine Werkstudentenstelle mit SEO in Kontakt. Das kann ein guter Weg sein, allerdings gibt es recht viele schwarze Schafe, Agenturen und auch große Unternehmen, die „SEO“ in die Stellenausschreibung schreiben und dann damit „SEO texten“ für Artikelverzeichnisse, Social Bookmarks oder billige Content Portale meinen. Natürlich kann man einem Werkstudenten nicht alle Aspekte von SEO in kürzester Zeit beibringen – aber ein wenig hineinschnuppern sollte man schon können, denn das ist ja der (eigentliche) Sinn eines Werkstudentenjobs.

Direkt von der Uni in den Job

Aufgrund der desolaten Situation für Arbeitgeber im SEO Bereich, nehmen viele sich einen Absolventen direkt von der Uni, der keinerlei SEO Erfahrung hat, schreiben „SEO Manager“ in seinen Job Titel und sagen dann „Mach mal SEO.“ Und so etwas passiert leider nicht nur bei kleinen Unternehmen, sondern auch bei den ganz Großen. Ich halte nicht viel davon. Gerade in der ersten Zeit kann man in einer solchen Position (wenn man denn alleine SEO verantwortet) sehr viel falsch machen.

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Wichtig ist, was man nach dem Jobbeginn macht: Wer sich einkapselt und nicht auf Konferenzen, Stammtische, Meetings geht oder in diversen Gruppen unterwegs ist, der kann sich nicht weiterentwickeln und wird immer auf einem sehr niedrigen Niveau bleiben. Als Trainee oder Werkstudent lernt man in der Regel, dass man als SEO Kontakt zu anderen aus der Branche braucht. Wer ohne Kontakte zu arbeiten beginnt und so weiterarbeitet, der lernt SEO eventuell nie.

AFS-Akademie

Seit etwa einem Jahr gibt es die von Gerald Steffens ins Leben gerufene AFS-Akademie. In der sechsmonatigen Ausbildung werden alle relevanten Themenbereiche der Suchmaschinenoptimierung abgedeckt. Die Referenten sind größtenteils bekannte Gesichter der SEO Branche. Ich denke, dass man hier eine Menge lernen kann, zumal man (zwar hart, aber es geht) die AFS Akademie auch berufsbegleitend besuchen kann: Die Lehrzeiten sind immer am Wochenende. Der nächste Lehrgang beginnt im Dezember.

Bachelor E-Commerce

Würde ich noch einmal studieren, ich würde wohl nach Würzburg ziehen und den Zoten von Prof. Dr. Mario Fischer zuhören. Seit Oktober gibt es den Studiengang „E-Commerce“ an der FH in Würzburg. So wie ich es dem Studienplan entnehme, ist es ein Hybrid aus Wirtschaftswissenschaften und Informatik, wobei von jedem Fachgebiet Fokus auf das Internet gelegt wird. Der Schwerpunkt scheint eher bei Programmierung zu liegen als im Marketing. Hinterher ist man also weniger SEO, als vielmehr jemand, der einen Online Shop in technischer und marketingtechnischer Hinsicht komplett betreuen oder eventuell sogar selbst führen kann. Das ist nicht nur interessant, sondern für die deutsche Hochschullandschaft ein bahnbrechender Studiengang!

Quereinsteiger / vom Hobby SEO zum Vollzeit SEO

Natürlich gibt es auch heute noch Quereinsteiger und Leute, die SEO nebenbei als Hobby betreiben. Aber gerade die Zahl der Hobby-SEOs hat dramatisch abgenommen, was ich sehr schade finde. Vielleicht liegt es daran, dass die Einstiegshürden im SEO Bereich höher als früher sind. Vielleicht bezeichnen sich heute die Leute aber lieber als Hobby-Webmaster und nicht mehr als Hobby-SEOs.

Wie wird man ein guter SEO?

Es gibt viele Menschen, die sich SEO schimpfen, aber nicht wirklich viel Ahnung von SEO haben. Hier meine persönliche To-Do Liste:

  1. Lade Dir einen Feedreader herunter ( und auch die App SEO Post von Hanns Kronenberg). Wenn Du Dir keine Blogs von Hand raussuchen willst, nimm den SEO United Megafeed. Ab sofort gehst Du jeden Tag mindestens einmal durch Deine Feeds und liest interessante Posts. Das gehört unbedingt zu SEO dazu!
  2. Mach Dir einen Twitter Account und folge wichtigen SEOs auf Twitter – viele Nachrichten laufen mittlerweile darüber.
  3. Besuche so oft es geht Konferenzen. Konferenzen bringen nichts und Du weißt schon alles? Das ist ein Trugschluss. In der Regel kennt man 95 % der Inhalte – aber die restlichen 5 % machen den Unterschied zwischen einem SEO und einem guten SEO aus. Und Konferenzen sind auch dazu da, Leute kennenzulernen, was viel wichtiger ist als sich die Vorträge anzuhören.
  4. Besuche Stammtische und SEO Treffen. Nur durch den Austausch mit anderen bleibt man up-to-date und merkt auch, wohin die Reise im SEO Business geht. Du wohnst in der Nähe von München? Dann hast Du am 24.10. Gelegenheit, viele SEOs zu treffen.
  5. Versuche Dich, wenn Du Zeit hast, an einem eigenen Projekt. Das muss ja kein Riesending sein, ein kleiner privater Blog reicht aus!
  6. Jahrelange Erfahrung ist natürlich auch wichtig. Je länger man im SEO Bereich aktiv arbeitet, desto besser wird man.
  7. Entwickle Dich langfristig zum T-Shaped Web Marketer
  8. Mache Dir klar, dass ein großer Teil Deiner Arbeit aus den vorherigen sieben Punkten bestehen muss. Diese Punkte machen den Unterschied zwischen einem SEO und einem (sehr) guten SEO aus.

Fazit

„SEO kann man nicht lernen.“ Dieser Satz stimmt heute nicht mehr. Es gibt zwar noch keine richtige Ausbildung zum Suchmaschinenoptimierer, aber im Vergleich zu früher gibt es vielfältige Möglichkeiten, SEO zu erlernen, auch ohne ein Autodidakt zu sein. Das Quäntchen, was den Sprung vom normalen zum guten SEO ausmacht, ist die Intensität, mit der man sich in der SEO Szene bewegt. Nur durch Networking und regelmäßige Gespräche mit anderen SEOs kann man diese Stufe erreichen. Oder was meint Ihr?

Foto: ivan bastien / Shutterstock.com

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