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SEO

7 veraltete Rankingfaktoren

Im SEO Bereich tut sich ja bekanntlich immer sehr viel, allerdings bekommt man oft nicht alles sofort mit. Viele Rankingfaktoren, die vor einigen Jahren noch sehr wichtig waren, sind es heute überhaupt nicht mehr. Heute gibt es daher eine kleine Liste von mir. Das Folgende ist übrigens meine persönliche Meinung, Irrtum vorbehalten!

1. Fettschreibung und Kursivschreibung von Keywords

SEO ist eine Teildisziplin des Online Marketings. Mittels Onpage Optimierung und anderer Maßnahmen versuchen SEO Agenturen das Ranking bei Google zu verbessern.“

Ok, dieses Beispiel ist etwas übertrieben, aber oftmals findet man solche grässlichen Textauszeichnungen in den Footern von Online Shops. Die Idee dahinter: Google bemerkt dann, welche Keywords wichtiger sind als andere und das Ranking für fettgedruckte oder kursive Keywords verbessert sich. Allerdings ist der Google Algorithmus mittlerweile um einiges intelligenter geworden und verwendet komplexe semantische Algorithmen, um Texte und deren Themen zu validieren. Vielleicht ist noch ein gewisser Effekt vorhanden, etwa weil gut gesetzte Fettschreibung den Lesefluss verbessert, aber ich denke nicht. Ich habe eine Zeitlang auf Seokratie Fettschreibung benutzt, etwa hier – aber dann nur, um den Lesefluss zu erleichtern.

Was tun? Besser ist es heutzutage, wenn man den Text so aufbereitet, dass er gut lesbar ist. Das bedeutet, dass man keine ewig langen Textwüsten schreiben sollte, sondern auch einmal mit Aufzählungszeichen, Tabellen oder Grafiken arbeiten sollte. Ich denke, dass Google in Summe so etwas dann sehr wohl auswertet, nach dem Motto „Hat der Text Aufzählungszeichen? Hat er Nummerierungen? Wie viele Absätze hat er und WO sind die Keywords?“ Fett- und Kursivschreibung, die dem Lesefluss hilft, ist natürlich weiterhin super!

2. Keyword Density

„Die Keyword Density sollte idealerweise zwischen 2 und 5 Prozent liegen“

keyword-density

Das ist ein Satz, den man oft in älteren SEO Publikationen hört. Spätestens seit Karl Kratz hat sich das geändert und jeder SEO verwendet jetzt keine Keyword Density mehr, sondern nur noch „WDF*IDF“. Und ich behaupte: Wer Keyword Density durch WDF*IDF ersetzt hat, der produziert Blödheit auf einem höheren Niveau.

Sicherlich hat WDF*IDF die Nase vorn, wenn man diese Formel mit der Keyword Density vergleicht. Ich finde aber beide Methoden, so wie sie von den meisten Leuten angewandt werden, einfach nur Quatsch. Wer bei Karl genauer hinhört, der hört auch heraus, dass es um weit mehr geht als um WDF*IDF.

Worum geht es?

  • Berechnung des thematischen Fokus
  • Berechnung von Spam-Level auf Term- und Dokument-Ebene
  • Berechnung beweisführender Suchbegriffe
  • Berechnung der Differenzierung auf Term- und Dokument-Ebene.

 

kurve schreiben

Das Bild ist von Karl Kratz, vielen Dank! Quelle ist der Blogpost „Gute Inhalte“

Wir SEOs lieben abgeschlossene Regelsysteme à la „GENAU SO sollte man es machen“. Und da hat WDF*IDF die Keyword Density schlichtweg ersetzt. Eine gute Entwicklung? Sicher nicht! Ein Text muss gut sein und all das enthalten, was ein Leser will. Dann ist er auch automatisch optimiert! Und wer mir nicht glaubt, hier ein Video von Matt Cutts, das beinahe drei Jahre alt ist:

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Was tun? Versucht einfach einen sehr guten Text zu Eurem jeweiligen Thema zu machen. Schaut Euch die Top10 an, bringt mindestens die Infos, die dort stehen und dann setzt noch eine Schippe mehr drauf! Das ist ein gutes Rezept. WDF*IDF solltet Ihr nur in Zusammenhang mit dieser Tatsache benutzen, denn inhaltsleere WDF*IDF Texte sind trotzdem noch schlecht!

3. Überschriften

Webdesigner und Entwickler müssen oftmals H1, H2, H3 richtig einsetzen, damit der SEO dann endlich zufrieden ist. Meiner Meinung nach achtet Google so gut wie gar nicht mehr darauf, wie eine Überschrift ausgezeichnet ist. Warum?

Erstens machen es mindestens 60 % der Leute falsch. 20 Prozent machen es richtig, wiederrum 20 % versuchen damit, irgendetwas zu manipulieren. So gibt es eine große deutsche Zeitung, die SEO-optimierte H1 als Breadcrumbs ganz klein anzeigen lässt, während die großen, reißerischen (aber unoptimierten) Überschriften gar keine Überschriftenauszeichnung haben.

Zweitens kann Google schon seit geraumer Zeit Webseiten rendern und sieht dann (also wirklich „sieht“), was vermutlich die Überschrift ist. Da helfen dann auch keine Tricksereien.

Was tun? Ich bin trotzdem dafür, dass man Überschriften korrekt auszeichnen sollte. Liebe Webdesigner und Entwickler, das ist eben auch Grundschulstandard für Euch! Wer allerdings seine komplette Webseite niederreißen müsste, um aus allen H2 ein H1 Tag zu machen, der muss das nicht unbedingt tun.

4. Alter der Domain

Früher hat man als SEO oft alte Domains gekauft, weil sie besser in den Suchergebnissen abgeschnitten haben. Um ehrlich zu sein habe ich diesen Effekt auch damals nicht wirklich wahrgenommen. Ich vermute, dass Google diesen Faktor schon lange ausgeschaltet hat. Es bringt also nichts, wenn man ein neues Projekt auf einer Domain startet, die bereits 1996 registriert wurde. Denn würde Google nach Alter ranken, dann hätten wir nur alten Käse in den Top10.

Trust hingegen ist etwas, was man sich über Jahre verdient und worauf Google immer noch sehr starken Wert legt. Wer seit 10 Jahren immer über das gleiche Thema auf gleichem, guten Niveau bloggt, der kommt einfach für Terme in dieser Nische sehr schnell nach oben, wenn er etwas Neues schreibt. Trust kann man mittlerweile aber auch sehr schnell erlangen!

Was tun? Holt Euch eine neue Domain und macht aus Ihr DIE Ressource für Euer Thema. Alte Domains haben zwar aufgrund ihres Trusts oft noch einen Rankingvorteil. Damit meine ich aber gute alte Projekte und nicht irgendwelche Expired Domains.

 5. Domainpopularität

Bis vor etwa 1 1/2 Jahren war die Domainpopularität mit der Google Sichtbarkeit meistens direkt proportional. Das bedeutete: Die Domain mit den meisten Links (von unterschiedlichen Domains) hatte in der Regel auch die besten Rankings. Seitdem hat sich das stark geändert, immer mehr verfälscht und mittlerweile kann man keinesfalls mehr darauf schließen, dass man mit mehr Links auch das bessere Rankings hat. Es kommt (ja, wirklich!) auf die Qualität der Links an. Heute reichen einige wenige Links aus, um die Mitbewerber zu überholen.

Was tun? Mittlerweile gibt es immer mehr Domains, die nur mit sehr wenigen Links gute Positionen erreicht haben. Die Domainpopularität als Richtwert ist also (meiner Meinung nach) auch ein toter Richtwert. Fokussiert Euch auf die echten Webseiten in Eurem Bereich. Holt lieber einen guten Link als zehn schlechte, von denen man dann in einem Jahr wieder alle abbauen muss.

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6. Free-For-All Links / Social Bookmarks

Ich sehe es leider immer noch, dass viele SEOs in Deutschland Links von „Social Bookmark“ Portalen holen und das als Linkbuilding bezeichnen. Im Jahr 2007/2008 gab es in Deutschland einige Portale, die erfolgreich hätten werden können, aber es nicht geschafft haben. Ansonsten kennt niemand in Deutschland Social Bookmarks und niemand nutzt sie, außer SEOs! Social Bookmarks sind heutzutage prinzipiell immer Schrott!

Was tun? Lasst es einfach. Social Bookmarks sind das Minderwertigste, was man im Linkaufbau machen kann.

Welche Links will Google?

Google möchte Links zählen lassen, die von anderen Webmastern freiwillig ohne geldwerte Entlohnung auf Eure Seiten gesetzt wurden. Links, die man selbst eintragen kann, sind aus Sicht von Google nichts wert – warum sollten sie das auch sein? Google möchte Empfehlungen in das Ranking mit einfließen lassen, keine Selbstpromotion.

7. Social Signals

NEIN, Social Signals sind kein Rankingfaktor bei Google! Dieses Gerücht hält sich leider am hartknäckigsten in der SEO Szene. Der einzige Grund, der mir einfällt, ist vielleicht, dass Facebook & Co. leicht zu spammen sind und daher viele darauf bauen?
Hier ebenfalls ein Video von Matt Cutts, in dem er sehr deutlich wird:

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Nicht nur in diesem Video, sondern auf vielen unterschiedlichen Konferenzen haben Matt und viele andere Google Mitarbeiter immer und immer wieder bestätigt, dass Social Signals kein Rankingfaktor sind. Nicht nur das, er hat die SEO-Szene sogar schon mehrfach getadelt und gemeint, es wäre der „am meisten überschätzte Rankingfaktor„. Und selbst wenn Social Signals ein Rankingfaktor wären, es geht auch um das „Wie“. Viele SEOs spammen schlichtweg bei Facebook und verstehen nicht, dass hier (wenn Social Signals ein Rankingfaktor WÄREN) die gleichen Prinzipien gelten würden wie bei Linkbuilding.

Was tun? Social ist wichtig und wer gutes SEO macht, der macht auch automatisch ein bisschen Social mit. Wer guten Content erstellt, der bekommt automatisch Social Shares und Tweets. Man sollte das aber nicht forcieren oder gar versuchen zu manipulieren – das funktioniert in den seltensten Fällen.

Fazit: Hinterfragen und anpassen ist überlebenswichtig

Wer im SEO Bereich nicht ständig seine Methoden hinterfragt und sich anpasst, der benutzt irgendwann nur noch wirkungslose Methoden. Natürlich haben die obigen Methoden nicht alle komplett ausgedient (bis auf vielleicht Social Bookmarks), aber ich denke, dass die Wirkung so stark nachgelassen hat, dass man viele davon vernachlässigen kann.

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